Dazu gibt es eine Art "Religion", mit der ich mich auch sehr identifizieren kann. Es nennt sich Asatru:
Asatru, bzw. Ásatrú (isländ.) (aus: Asetro, Dänischer Neologismus ("den Asen treu") bezeichnet sowohl das nordisch-germanische Neuheidentum als auch eher orthodoxe Richtungen dieser Form des Heidentums.
[..]
Ein Wiederaufleben des alten Glaubens ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu beobachten, als älteste heidnische Glaubensgemeinschaft gilt die 1907 von dem Maler und Dichter Ludwig Fahrenkrog, gegründete Germanische Glaubens-Gemeinschaft.
1972 in Island unter diesem Namen als Religion anerkannt, mittlerweile auch anerkannt in Dänemark, Norwegen und Australien. In Deutschland ist ein Anerkennung nicht möglich, da eine staatliche Anerkennung von Religionen per Gesetz nicht vorgesehen ist; es ist lediglich möglich, die Organisationsform als "Körperschaft des öffentlichen Rechtes" behördlich anerkennen zu lassen.
Quelle:
Wikipedia.de
Bevor mir jemand was von Nazis erzählen will - das kenn ich nämlich nur zu gut - kann ich sagen, dass die Nazis die heidnischen Symbole und die Göttervorstellungen so verzerrt haben, dass der Hintergrund - wie ohnehin für alle europäischen heidnischen Religionen vollkommen untergegangen ist. Germanischer Götterglaube und Rassismus sind widersätzlich.
[Zitat von Eo-Lahallia]die götter werden teils zu sehr charakterisiert. wobei man dann auch darangehen und sagen könnte "das war nur eine darstellungsvariante." [/Zitat]
Absolut.
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In der Vielfalt und Verschiedenheit der Natur zeigt sich das Göttliche als eine Vielzahl verschiedener Gottheiten, die in ihrer Differenziertheit und unterschiedlichen Wesensart nicht auf ein einziges Sein reduzierbar sind. Sie sind sowohl in den lebendigen, von ihnen erfüllten Erscheinungen der Natur als auch über die einzelnen Existenzen hinausgehende, transzendente Wesenheiten mit konkreten, persönlichen Charakteren, die sich in Mythos und visionärer Schau offenbaren.
[...]
Es bezeichnet laut Tacitus "jenes Geheimnis", das wir "mit den Namen der Götter benennen" - eben weil es keine abstrakte Göttlichkeit, sondern eine Vielfalt konkreter Götter ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Polytheismus liegt darin, dass die Götter nicht nur vielfältig, sondern wie die Natur auch überall anders sind. Jedes Land, zumindest jeder ökologische Großraum, hat seine eigenen Götter. Sie sind in der Natur ihres Landes und mit ihm und den Wesen, die aus ihm hervorgehen, untrennbar verbunden. Daher sind alle heidnischen Religionen an ihre Länder und Völker gebunden und konkurrieren nicht.
Die Vielfalt der Götter bedingt auch eine Vielfalt der Religionen, von denen jede ihre eigenen Götter, aber keine einen Anspruch auf universale Geltung hat. "
Quelle:
Odinic-Rite.de
Die Betonung liegt hier auf "Vielfalt", die auf die Natur zurückzuführen ist. Natürlich sind die Götter sehr charakterisiert worden, eben weil sie keine abstrakten und allmächtigen Wesenheiten sind, sondern weil sie Teil der Natur sind, Teil ihrer Anhänger und man könnte es sogar als eine sehr entfernte Art von Ahnenverehrung bezeichnen, denn:
"Das Verhältnis zwischen Menschen und Göttern nicht auf Gnade und Unterwerfung, sondern auf Sippentreue. Sie gewähren uns ihr Heil nicht willkürlich oder als Lohn für Gehorsam, sondern weil wir ihr Stamm sind, an dessen Heil ihnen selbst liegt, und wir verehren sie nicht aus Angst vor ihrer Macht oder Hoffnung auf ihr Wohlwollen, sondern in Liebe und Freundschaft zu treuen Verwandten, auf die wir uns verlassen können. Der nordische Begriff für einen Gott, den man besonders verehrt, ist daher fulltrúi, d.h. "einer, dem man voll vertraut". Für viele war und ist das vor allem Thor."
Quelle:
Odinic-Rite.de
Was die Christianisierung betrifft, wünschte ich, dass sie nicht so radikal gewesen gewesen wäre. Viel, zu viel wurde durch sie verloren und es ist schade, dass nicht wenigstens eine "Mittelweg" möglich ist, den man zum Beispiel in Irland findet, wo Christentum mit alten keltischen Überbleibsel wie der Feenglaube etc. koexistieren kann.
Holunderelfe - 14. Jun, 12:49